Warum sind Busse verspätet?

Es sind nicht alle Busse verspätet. Die große Mehrzahl im OVA-Stadtbusverkehr Aalen ist pünktlich.

Es gibt aber zu bestimmten Zeiten Probleme, die nur schwer und manchmal gar nicht in den Griff zu bekommen sind.

Hauptursache: Wir fahren die meiste Zeit im Taktverkehr. Alle Fahrten einer Linie haben dann identische Umlaufzeiten. Die Abfahrtszeiten sind dann an jeder Haltestelle zumeist zur selben Minute. Dadurch hat man es als Fahrgast leichter: Man muss sich nicht den ganzen Fahrplan merken, sondern nur die Abfahrtsminute(n).

Nachteil: Braucht der Bus zu bestimmten Tageszeiten deutlich länger als im Fahrplan vorgesehen, verspätet er sich.

Wann und wo treten diese Probleme auf?

An einigen Punkten oder Strecken gibt es zu bestimmten Zeiten so viel Straßenverkehr, dass der Bus viel Zeit verliert.

Aktuelle Beispiele hierfür sind:

  • die Bottichkreuzung in Unterrombach
  • in Unterkochen der Bereich zwischen Bahnhof und Auffahrt B19
  • die B29 zwischen Essingen und Aalen
  • morgens aus Wasseralfingen in Richtung Berufsschulzentrum
  • die Hochbrücke in Aalen

Die kritischen Zeiten sind morgens zwischen 7:00 und 8:00 Uhr sowie spätnachmittags/abends, besonders zwischen 16:00 und 18:00 Uhr, manchmal aber auch schon ab 15:00 Uhr. Diese Zeiten variieren jedoch stark. Die Verkehrsprobleme treten von Tag zu Tag zu wechselnden Zeiten auf. Dies macht eine genaue Planung so schwierig.

Besonders betroffen sind die Rückfahrten in Richtung Stadtzentrum/ZOB. Die Busse starten die Hinfahrt zumeist recht pünktlich am ZOB, bauen aber auf der Fahrt Verspätung auf, die dann letztlich zu einer verspäteten Ankunft am ZOB führen kann.

Dann plant doch mehr Zeit auf der Linie ein!

Die Abfahrtszeiten orientieren sich am "normalen" Zeitbedarf für die Fahrt zwischen den Haltestellen, nicht am maximalen Spitzenverkehr mit Stau.

Plant man deutlich mehr Zeit ein zwischen zwei Haltestellen, ist der Bus oft zu früh an der nächsten Haltestelle. Dann muss er dort längere Zeit stehen bleiben, um nicht zu früh ab zu fahren. Dies wird von den Fahrgästen im Bus als störend und schlecht geplant angesehen - vor allem, wenn es mehrmals hintereinander passiert.

Noch problematischer ist aber, wenn der Bus an der Haltestelle nicht länger (bis zur geplanten Abfahrtszeit) stehenbleiben kann. Dies ist der Fall an (stark befahrenen) Straßen, wenn es keine Busbucht an der Haltestelle gibt.

Wie machen das andere Verkehrsbetriebe?

Im Schienenverkehr (S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn) gibt es keine oder wenige Beeinträchtigungen durch den Straßenverkehr, da Schienenfahrzeuge einen eigenen Fahrweg haben und zumeist nicht vom PKW-Verkehr gestört werden.

Im Busverkehr kann man zusätzliche Puffer-/Wartezeiten einplanen, wo dies sinnvoll möglich ist. Gibt es auf einer Linie eine feste Endhaltestelle, bei der sich niemand mehr im Fahrzeug befindet, ist dort eine längere Standzeit möglich. Bei Verspätung wird diese verkürzt, so dass die Abfahrt pünktlich(er) erfolgen kann.

Solche Endhaltestellen gibt es auf OVA-Linien aber nur selten. Die Mehrzahl unserer Linien sind als (Teil-)Ringlinien eingerichtet. Deren Vorteil ist eine bessere und effizientere Erschließung der Wohngebiete. Dies führt aber dazu, dass unter Umständen ständig Fahrgäste im Bus sind: Fahrgäste, die ab ZOB zur letzten Haltestelle im Wohngebiet fahren, und Fahrgäste, die an der ersten Haltestelle im Wohngebiet einsteigen mit Ziel ZOB. Plant man an einer Haltestelle eine längere Standzeit ein, verlängert sich die Reisezeit und die im Bus wartenden Fahrgäste sind verärgert.

Unabhängig davon sollte unbestritten sein, dass überall - in allen Städten und Regionen - Busse verspätet fahren, wenn sie im dichten Straßenverkehr stecken bzw. nur langsam vorwärts kommen - nicht nur bei OVA.

Wie geht OVA mit den Verspätungen um?

Wir bekommen die Verspätungslage aller Fahrzeuge jetzt relativ genau in unserer Leitstelle angezeigt.

Bei größeren Verspätungen werden Busse am ZOB umdirigert. Dabei wird einem verspäteten Bus eine andere, spätere Folgefahrt zugewiesen. Die ursprünglich für ihn vorgesehene Fahrt wird von einem anderen Bus übernommen, der früher verfügbar ist. Dadurch erreichen wir, dass die Mehrzahl der Fahrten am ZOB pünktlich beginnen kann.

Bei Verspätungen auf der Strecke können wir leider nicht mehr helfend eingreifen.

Deshalb bitten wir um Verständnis, wenn unsere Busse nicht immer ganz pünktlich sind. Wir tun unser Bestes, die Verspätungen auf ein Minimum zu reduzieren. Aber wo der PKW-Verkehr stockt, da kann auch der Bus nicht schneller fahren, wenn er keinen eigenen Fahrweg hat - und sinnvolle, effiziente Busspuren gibt es bei uns leider (fast) keine.

Da zu bestimmten Hauptverkehrszeiten manche Busse teilweise über 10 Minuten längere Fahrzeiten haben, können wir unseren Fahrgästen nur empfehlen, gegebenenfalls einen Kurs früher zu fahren. Und mit dem eigenen Auto bräuchten Sie ähnlich lange, da Sie im selben Stau stehen würden.

Ansicht der Abfahrtszeiten mehrerer Fahrten einer Linie

Die Grafik zeigt mehrere Fahrten der Linie 62 an einem "normalen" Schultag. Die erste Spalte enthält die Haltestellennamen, in jeder weiteren Spalte steht eine Fahrt (die erste um 5:30, die letzte hier gezeigte um 9:12).

Die Farben sind abhängig von der Pünktlichkeit des Busses: Alle Abfahrtszeiten, die nicht mehr als 3 Minuten nach der planmäßigen Abfahrtszeit erfolgten, sind grün hinterlegt. Gelb sind Verspätungen bis 6 Minuten, Blau bis 9 Minuten. Violette Einträge markieren eine Verspätung von mehr als 9 Minuten.

An den rechten beiden Spalten erkennt man, dass außerhalb der Hauptverkehrszeiten der Fahrplan passt. Der problematische Bereich in Unterkochen ist bis kurz nach 6 Uhr unauffällig, ab 6:15 verliert der Bus Zeit, zwischen 6:45 und 8:00 Uhr dann einige Minuten.

Wieviel Zeit der Bus an welcher Stelle verliert, ist jeden Tag anders - mal mehr, mal weniger. Eine verlässliche Planung ist hier nicht möglich.